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Die kirchliche Begräbnisfeier

 

„Wir glauben an die Auferstehung der Toten, weil Christus von den Toten auferstanden ist, für immer lebt und uns an diesem ewigen Leben teilhaben lässt" (YOUCAT. Jugendkatechismus der katholischen Kirche).

 

Die katholische Kirche empfiehlt in Erinnerung an die Beisetzung Jesu die Erdbestattung, ermöglicht heute aber auch im Falle der Feuerbestattung eine kirchliche Feier. Im Falle der Feuerbestattung geht die Kirche von einer gottesdienstlichen Feier mit dem Sarg bzw. dem Leichnam aus, um eine Verabschiedung zu ermöglichen. So steht im Begräbnisbuch der Kirche der Satz: „Dem Leib der verstorbenen Gläubigen, der Tempel des Heiligen Geistes war, gebührt Ehre". Deshalb wird im Gottesdienst der Ritus der Letzten Anempfehlung und der Verabschiedung vollzogen. Im Begräbnisbuch der Kirche ist zu lesen, dass mit diesem Ritus die christliche Gemeinschaft ihr verstorbenes Mitglied noch einmal grüßt, ehe der Leichnam hinausgetragen wird.

Im Rahmen der Verabschiedung wird der Sarg mit dem Leichnam mit Weihwasser besprengt, weil der Verstorbene in diesem Leib getauft wurde. Er wird mit Weihrauch geehrt, weil der Leib Tempel des Heiligen Geistes war. Angehörige und Gemeinde nehmen im An-

gesicht seiner sterblichen Hülle Abschied von einem Menschen, der unter uns gelebt hat. Wir vertrauen die Seele des Verstorbenen der Barmherzigkeit Gottes an, der den Toten einen neuen, unvergäng-

lichen Leib schenken kann.


Diese symbolische Tiefe lässt sich nur bei einem Trauergottesdienst erfahren, bei dem auch vom Verstorbenen, repräsentiert durch seinen Leichnam, Abschied genommen werden kann, nicht aber bei einer Urnenbeisetzung. Nimmt man die tiefe anthropologische und psychologische Symbolik der kirchlichen Begräbnisriten wahr, empfiehlt sich als reguläre Form die gottesdienstliche Feier mit dem Sarg und dem Leichnam.

 

Osterkerze Ein besonderes Zeichen der kirchlichen Begräbnisfeier ist die Osterkerze. Nach Pfingsten brennt sie nur bei noch Taufen und bei Begräbnissen. Darin kommt zum Ausdruck, dass Ostern der Grund unseres Lebens und Hoffens ist. Der auferstandene Herr erleuchtet den Menschen, der in der Taufe zu ihm findet. Der auferstandene Herr führt den sterbenden Menschen über die Schwelle des Todes in das Reich des Lichtes. So bescheiden das Licht der Osterkerze ist, so unvorstellbar wirkmächtig ist die Kraft, auf die es hinweist.


Das kommt vor allem darin zum Ausdruck, dass wir für unsere Toten die heilige Messe, das Kreuzesopfer Christi und seine Auferstehung, feiern. Die Messe ist die Siegesfeier, der Triumph Christi über den Tod. In der Messe reicht uns der Herr seinen Leib, das Brot, das ewiges Leben schenkt. In diese Begegnung mit dem österlichen Christus, in diesen Bereich des Lichtes und des Lebens geben wir den Verstorbenen hinein und vertrauen ihn in unseren Gebeten dem Herrn an. Die Messe für unsere Verstorbenen feiern wir entweder in einer der Wochentagsmessen oder - wenn es möglich ist - vor der Begräbnisfeier.

 

Bei einem Todesfall können die Angehörigen das Scheidegebet miteinander sprechen (Gotteslob Nr. 79,6). Die örtlichen Bestattungsinstitute helfen bei der Organisation der Beerdigung und koordinieren den Beisetzungstermin mit dem Pfarramt. Vor der Beisetzung findet ein Gespräch der Angehörigen mit dem Pfarrer bzw. dem oder der Leiter(in) der gottesdienstlichen Feier statt.