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Bau und Geschichte der Kirche

 

Die dem hl. Pelagius geweihte Kirche ist die älteste Kirche in Rottweil und eine der frühesten romanischen Basilika-Anlagen unseres Landes aus der Zeit um 1050-1080. Eine Urkirche, so wurde vermutet und durch neuere archäologische Ausgrabungen erhärtet, ist im 7. Jahrhundert auf den Ruinen des einstigen römischen Bades von Arae Flaviae erbaut. Sicher gehört die Pfarrei zu den ältesten christlichen Gemeinden der Diözese Rottenburg-Stuttgart. In Urkunden wird die St. Pelagiuskirche in der Altstadt zum ersten Mal am 6. Juli 1264 genannt.

 


Im 11. Jahrhundert wurde eine dreischiffige, flachgedeckte Pfeilerbasilika mit drei Apsiden und zwei Osttürmen errichtet. Das Mittelschiff und die beiden Seitenschiffe schlossen mit Apsiden. Das hohe und ver-

hältnismäßig breite Mittelschiff wurde durch sechs auf Pfeilern ruhenden Rundbögen von den Seitenschiffen getrennt.

 

 

Fünf alte Pfeilerpaare sind heute noch vorhanden. Im Bereich des nördlichen hinteren Seitenschiffes wurde ein Teil des steinsichtigen Mauerwerkes als „Fenster in die Vergangenheit" freigelegt und belassen.

 

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurden die beiden Osttürme durch Belagerung und Brand zerstört. Von der Apsis des Mittelschiffes blieb nur noch die Umfassungsmauer, etwa 2 m hoch, stehen.

Die zerstörten Türme wurden nicht wieder aufgebaut. Dafür errichtete die Stadt Rottweil im 16. Jahrhundert an der Südwestecke einen vierstöckigen Eckturm.


Der große Um- und Erweiterungsbau der St. Pelagiuskirche geschah im Jahre 1898-99 unter Architekt Josef Cades. Er verbreiterte die Seitenschiffe, erhöhte die Schiffswände und erweiterte die Fenster. Das Langhaus wurde um zwei Arkaden und um das Querhaus ver-

längert, dem Seitenschiff der Chorraum und zwei seitliche Sakristeien vorgelagert. 1927 malte der Kunstmaler August Blepp die Kirche aus. 1950 wurde das Chorbild von Blepp ersetzt durch ein Bild des Rottweiler Künstlers Franz Friedrich. Auch kam in dieser Zeit ein neuer Hochaltar in die Kirche.


1963 wurde die Kirche renoviert. In mühevoller Kleinarbeit wurden an einigen Stellen die Pfeiler, die Arkadenbögen und das Mauerwerk, die Kämpfer und Gurtgesimse freigelegt. Das schwierige Problem der baugeschichtliche Verbindung zwischen der „alten" und der „neuen" Kirche wurde gelöst. Anlass der Innenrenovation 1981 bis 1983 war die 900-Jahrfeier der St. Pelagiuskirche.

 

Bauphasen von St. Pelagius

 

Blick in die Kirche nach der letzten großen Renovierung (1995/96)


Es galt, aus der romanischen Bausubstanz und dem neuromanischen Erweiterungsbau einen, für die liturgische Feier nach dem zweiten Vatikanischen Konzil geeigneten, einheitlichen Kirchenraum zu schaffen. 1998-1999 musste die Kirche einer Aussenrenovation, im wesentlichen Sandsteinarbeiten, im Inneren einer Bekämpfung des Salpeters unterzogen werden.

 

Für die Pelagiuskirche gibt es seit 2008 einen Kirchenführer. Erworben werden kann er für 4 € am Schriftenstand in der Kirche

oder im Pfarrbüro von St. Pelagius.