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Mariä Himmelfahrt - im 5. Jh. "Tag der Gottesmutter"

 

 

Zusammen mit Vikar Gianfranco Loi feierte die Pelagiusgemeinde das Fest „Mariä Himmelfahrt." Die Legende erzählt, dass die Jünger das Grab der Gottesmutter Maria öffneten und darin nicht mehr Marias Leichnam, sondern nur noch Blüten und Kräuter fanden. Aufgrund dieser Legende entwickelte sich auch die Tradition der Kräutersegnung am heutigen Tag. Vikar Gianfranco Loi führte bei seiner Predigt aus:
Was feiern wir an Maria Himmelfahrt? Warum feiern wir dieses Fest als Hochfest? Warum segnen wir heute Kräuter? Und was bedeutet dieses Fest für uns?„Ich möchte heute die Gelegenheit nutzen, bei der Predigt etwas über dieses Hochfest zu sagen.
Wir feiern die Aufnahme Marias in den Himmel. Die Aufnahme Mariens in den Himmel ist seit dem Allerheiligenfest 1950 durch Papst Pius XII. ein Dogma und gehört zum katholischen Glauben dazu. Was aber nicht heißt, dass es vorher nicht schon geglaubt wurde. Papst Pius XII. hat nach langem Ringen dann 1950 aufgrund des starken Drängens von vielen Gläubigen und Bischöfen das als Dogma festgehalten, was ohnehin schon viele Jahrhunderte vorher geglaubt und gefeiert wurde. In Kurzform ausgedrückt könnte man das Dogma so formulieren: die Gottesmutter Maria ist nach ihrem irdischen Leben mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurden.

Und was war vor 1950? Die Entschlafung Mariens wird seit dem 6. Jahrhundert sowohl in der Ost- wie auch in der Westkirche gefeiert. Das Datum 15. August leitet sich ab vom Weihetag der Kirche am Fuße des Ölbergs, die auf dem Ort gebaut wurde, wo Maria der Überlieferung nach begraben wurde. Vielleicht haben Sie auch gemerkt, dass ich immer nur von „Entschlafung" und „Aufnahme in den Himmel" spreche und nicht von Himmelfahrt, denn es war kein aktives Tun Marias, sondern es geht um das Tun Gottes, der an Maria so wunderbar gehandelt hat.

 Marias Mutterschaft ermöglichte, dass Gott Mensch werden konnte. Wenn Marias Leib durch die Geburt des Erlösers so geheiligt ist, kann er im Tod doch nicht einfach verwesen. Außerdem ist Maria ohne Sünde und daher prallen an ihr auch die Folgen der Erbsünde ab. Eine Folge davon ist die vorläufige Trennung von Leib und Seele beim Tod. Unsere Seele wartet einst nach dem Tod auf die Vollendung durch den himmlischen Leib. Bei Maria ist das anders. Sie ist mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden."
Wir gehen also nicht einem unsicheren Ende entgegen, auch wenn wir uns vom Leib trennen müssen, wir gehen der Seligkeit entgegen, in die Maria bereits aufgenommen ist mit Leib und Seele, nämlich in die Gemeinschaft des dreifaltigen Gottes. Dort wartet sie auf uns und dorthin geleitet sie uns als Fürsprecherin, wenn wir sie anrufen.

Heute noch werden in vielen Häusern Kräuter aufbewahrt, zum Schutz gegen Unwetter und Feuer. Die Kräuterweihe wird seit Jahrhunderten zu Maria Himmelfahrt vorgenommen. Vikar Loi hatte am Sonntag die Kräuterbüschel der Gottesdienstbesucher gesegnet und geweiht. Nach dem Brauchtum sollen diese aus sieben verschiedenen Kräutern bestehen, wobei die Zahl für die sieben Sakramente steht, bzw. die sieben Schmerzen Marias symbolisieren sollen.

Die Sträuße sollen auf dem Dachboden eines Hauses oder im „Herrgottswinkel" aufgehängt werden, damit sie dieses und seine Bewohner vor Unheil wie Blitzschlag oder Krankheiten schützen.

 

Seit Beginn der Urlaubszeit ist Pfarrer Damian Emeka Ikejiama aus Nigeria wieder in der Pelagiusgemeinde eingetroffen.   Er wohnt im Pfarrhaus in der Altstadt und übernimmt die Eucharistie und die Sakramente während der Urlaubszeit in der Seelsorgeeinheit für Pfarrer Thomas Böbel. Es ist sein achter Aufenthalt in der Seelsorgeeinheit.

    Helmut Spreter

 

 

Bildbeschreibung: Foto: L.Schick

Vikar Gianfranco Loi bei der Segnung der Kräuterbüschel in der Pelagius Basilika mit der Ministrantin Melanie.